Entschleunigt durch Deutschland

Dienstag, 5.10.2009. Etwa zwei mal pro Jahr düsen die Fische über die Autobahnen oder mit Hochgeschwindigkeitszügen von der Kurpfalz nach Hamburg. Jedes Mal bedauern sie, dass sie von der Landschaft, die an ihnen vorbei rauscht, eigentlich nichts mitbekommen. In diesem Herbst machten sie es deshalb anders. Statt der Autobahn wählten sie für die Fahrt in die Hansestadt die Bundesstraße B3.

Auf der B3 von der Kurpfalz nach Hamburg

Los ging es in dem Städtchen Weinheim. An der hessischen Bergstraße reihte sich ein Städtchen an das andere. Ab Darmstadt ging es vierspurig nach Frankfurt. Gemütlich zuckelten die Fische durch das hessische Bergland. Die Universitätsstadt Marburg mit ihrer mittelalterlichen Altstadt lud zur Mittagspause ein. Die Fische erklommen über viele Stufen den Weg zur Oberstadt Marburgs, ergötzen sich an den Fachwerkhäusern, stärken sich und nahmen alsbald wieder die B3 unter die Räder. Das Auto durchmaß zahlreiche Dörfer in der hügeligen Landschaft, erreichte Kassel und strebte dann dem Weserberglande zu.

Hann. Münden

Die Stadt Hann. Münden, welche die Fische zuvor noch nie besucht hatten, bot sich als Etappenziel und Übernachtungsort an. Die Fische trafen auf eine intakte, im Kriege unzerstörte, mittelalterliche Altstadt. Fachwerkhaus reihte sich an ein Fachwerkhaus. Die Fische quartierten in sich im Hotel Ägidienhof ein. Dieses wundervolle Fachwerkhaus wurde vor 10 Jahren von den heutigen Betreibern eigenhändig aus einer Bauruine erschaffen. Die jungen Leute verwendeten dabei Bautechniken, wie sie zur Erstehungszeit des Hauses üblich waren. Als Autodidakten arbeiteten sie sich in die Kunst des Bauens mit Lehm ein. Das Ergebnis ist ein urgemütliches Hotel, in dem sich die Fische wohl fühlten.

Die Legende von Paul und Paula

Die freundliche Wirtin machte die Fische auf ein aktuelles Kulturfestival aufmerksam. Die Fische besuchten eine Lesung des bekannten Schauspielers Winfried Glatzeder, welcher die männliche Hauptrolle in den bekannten DDR-Film "Die Legende von Paul und Paula" gespielt hat. Der Film wurde im Anschluss an die Lesung in einem wunderschönen kleinen Filmtheater gezeigt.

Am nächsten morgen starteten die Fische noch einen kleinen Stadtbummel und bewunderten den Ort aus dem aus Fulda und Werra die Weser entsteht. "Wo Werra und Fulda sich küssen , sie ihren Namen lassen müssen". Anschließend arbeiteten sie sich über Göttingen und Alsfeld an der Leine nach Hannover vor. Bis zum Ende der B3 im Ort in der Ortschaft Övelgönne bei Hamburg ging es dann zügig voran, weil die Lüneburger Heide dünn besiedelt und die Bundesstraße gut ausgebaut ist. Nach 12 Stunden Fahrzeit, anstelle der sonst üblichen sechs Stunden über die Autobahn, waren die Fische am Ziel.

Technikwunder Hybridantrieb

Bei ihrer Deutschland-Durchquerung auf der Bundesstraße 3 testeten die Fische ihr kürzlich erworbenes Hybridfahrzeug Prius 3. Ihr neues Auto erfüllte die Erwartungen. Begleitet von dem raffiinerten Zusammenspiel eines Verbrennungs- und eines Elektromotors schwebten sie wie in einem Raumschiff durch die Landschaft. Sie durchmaßen die 584 kilometerlange Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51 km/h, was aufgrund der zahllosen Ortsdurchfahrten nicht verwundert, und kamen dabei auf einen Benzin-Durchschnittsverbrauch von nur 3,9 l auf 100 km.

Altstadt von Hann. Münden im Regen
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Altstadt von Hann. Münden im Regen
Drastische Bildtafel auf einem historischen Hause in Alsfeld an der Leine
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Drastische Bildtafel auf einem historischen Hause in Alsfeld an der Leine
Ende der B3 in Övelgöne bei Hamburg
Ende der B3 in Övelgönne bei Hamburg
Ende der B3 in Övelgönne bei Hamburg